PARLIS - HIV-Neuinfektionen
Vorlage A 142 2017

 

S A C H S T A N D :

Anfrage vom 11.01.2017, A 142


Betreff:

HIV-Neuinfektionen



Der Magistrat beantwortete in der 7. Fragestunde der Stadtverordnetenversammlung am 15.12.2016 die Frage Nr. 339. Gegenstand der Frage waren Aufklärung und Prävention zum Thema AIDS. Das PIA hatte kurz zuvor berichtet, dass für Frankfurt im Jahr 2015 116 Neuinfektionen und damit 14 Prozent mehr als im Vorjahr gemeldet wurden.

 

Der Magistrat führte in seiner Antwort aus, dass aus diesen Zahlen nicht zwingend auf einen Anstieg der Neuinfektionen geschlossen werden könne, da ein (positiver) Test zeitlich weit nach einer stattgefundenen Infektion erfolgen könne. Weiterhin könne eine hohe Zahl positiver Testergebnisse auch darauf zurückzuführen sein, dass sich mehr Personen einem Test unterziehen würden. Dies ist wenig nachvollziehbar, da die zeitliche Latenz zwischen Infektion und Test der Infektion immanent ist und es keine Hinweise darauf gibt, dass sich mehr Personen - bei identischen Risiko - testen lassen.

 

Weiterhin führte der Magistrat aus, dass er in der Aufklärung und Prävention die wirksamsten Methoden für die Reduzierung von Neuinfektionen sieht. Dies gelte vor allem für die Hauptrisikogruppen, d.h. Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Dies ist zwar zutreffend, die tatsächlichen Ergebnisse lassen jedoch an der Effektivität der Prävention erhebliche Zweifel aufkommen. HIV ist als gering kontagiöse Infektion einer Prävention sehr gut zugänglich, d.h. bei entsprechender Umsetzung ließe sich die Anzahl der Neuinfektionen auf nahezu null reduzieren. Eine nicht unerhebliche Anzahl von Neuinfektionen zeigt somit die geringe Akzeptanz von Präventionsmaßnahmen und damit einen erheblichen Verbesserungsbedarf.

 

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Magistrat:

 

1. Welche Anzeichen sieht der Magistrat, dass eine zeitliche Latenz zwischen HIV-Infektion und positivem Test im Jahr 2015 von 2014 oder anderen Jahren abweicht und damit gerade im Jahr 2015 zu einem Anstieg positiver Testergebnisse geführt haben könnte ?

2. Aus welchen Daten schließt der Magistrat, dass sich im Jahr 2015 mehr Personen einem HIV-Test unterzogen haben als im Jahr 2014 oder anderen Jahren und dass das Risikoprofil der getesteten Personen in den jeweiligen Jahren identisch oder ähnlich war ?

3. Sieht der Magistrat die von ihm angebotenen Präventionsmaßnahmen tatsächlich als erfolgreich an angesichts der Tatsache, dass sich die Anzahl von HIV-Neuinfektionen bei entsprechender Umsetzung nahezu null reduzieren ließe ?

 



Antragsteller:
           AfD

Vertraulichkeit: Nein

dazugehörende Vorlage:
           Frage vom 09.12.2016, F 339
           Bericht des Magistrats vom 27.03.2017, B 104

Versandpaket: 18.01.2017