PARLIS - Durchlässigkeit des Schulsystems
Vorlage A 410 2013

 

S A C H S T A N D :

Anfrage vom 13.08.2013, A 410


Betreff:

Durchlässigkeit des Schulsystems



Alle wollen aufs Gymnasium. Wie viele Kinder werden aber querversetzt? Die Grundschulzeit im deutschen Schulsystem ist viel zu kurz. Nach nur vier Jahren gemeinsamen Lernens werden die Kinder auf sogenannte "weiterführende" Schulen verteilt. Eltern haben mit ihrer Entscheidung einen großen Einfluss auf den zukünftigen Weg ihres Kindes. Oft ist dabei klar, es soll das "Bestmöglichste" für das eigene Kind sein - der direkte Weg zum Abitur.

 

Mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler in Frankfurt werden schon nach der Grundschule an Gymnasien eingeschrieben, mit steigender Tendenz. Nur wer das Abitur erlangt, kann an die Universität gehen, damit einen akademischen Titel erlangen und auf einen gut bezahlten Job hoffen. Die Einstellung jener Eltern ist verständlich und trifft nun auf das obsolete Schulsystem in Hessen.

 

In manchen Stadtteilen Frankfurts gehen fast 90% der Grundschulabgänger/innen an Gymnasien, der Drang an die Gymnasien wächst weiter. Entsteht etwa so eine "Einheitsschule", die in den konservativen Kreisen der Politik doch als "sozialistischer Dämon" angesehen wird?

 

In der Tat ist die Hauptschule auf ein Abstellgleis geraten, denn sie wird überhaupt nicht mehr nachgefragt, und die Realschule ist nur noch eine Randerscheinung.

 

Sind aber auch alle Gymnasien im Sinne eines inklusiven Schulsystems zur Aufnahme der Schülerinnen und Schüler geeignet? Nach dem hessischen Schulgesetz sind Querversetzungen bis zum siebten Schuljahr möglich. Wie wirkt sich das in der Realität aus?

 

Um einen Überblick über die Situation an Frankfurter Gymnasien zu bekommen, bitten wir den Magistrat um Beantwortung folgender Fragen:

 

1. a) Wieviele Schülerinnen und Schüler von welcher Grundgesamtheit wechselten in den letzten fünf Jahren in Frankfurt von der Grundschule ans Gymnasium?
b) Wie hoch war der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund daran? Sollte der Migrationshintergrund nicht eindeutig zu benennen sein, wie wirkten sich die sozialen Indikatoren des Einzugsgebiets der Schule aus?

 

2. a) An welchen Schulen fanden innerhalb der letzten fünf Schuljahre Querversetzungen statt?
b) Wie 1.b

 

3. a) Wieviele Schülerinnen und Schüler wurden in den letzten fünf Schuljahren vom Gymnasium querversetzt?
b) Aus welcher Stufe wurden sie querversetzt?
c) In welche Schultypen wurden sie querversetzt?
d) Wie 1.b

 

4. Aufgrund welcher Datensätze bzw. Unterlagen wurden vorstehende Fragen beantwortet? Sind diese Quellen im Internet abrufbar? Falls ja, unter welchen Adressen? Wäre es möglich, diese anonymisiert auf frankfurt.de bzw. dem zukünftigen Open Data-Portal der Stadt einzustellen und fortlaufend zu aktualisieren? Falls nein, wäre eine Teilveröffentlichung möglich?

 



Antragsteller:
           Piraten

Antragstellende Person(en):
           Stadtv. Luigi Brillante
           Stadtv. Martin Kliehm
           Stadtv. Herbert Förster

Vertraulichkeit: Nein

dazugehörende Vorlage:
           Bericht des Magistrats vom 28.10.2013, B 503

Versandpaket: 14.08.2013

Aktenzeichen: 40 1