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Stand der Digitalisierung in Frankfurter Einrichtungen des Kulturerbes
Dokumentart: Vorlage
Vorlage: B  85  
Datum: 16.03.2018 (letzte Aktualisierung des Sachstandes: 29.05.2018) 

Vorlage B 85 2018

 

S A C H S T A N D :

Bericht des Magistrats vom 16.03.2018, B 85


Betreff:

Stand der Digitalisierung in Frankfurter Einrichtungen des Kulturerbes

Vorgang:

Beschl. d. Stv.-V. vom 14.12.2017, § 2035

- A 232/17 LINKE., B 353/17 -

 



Vorbemerkung

Das gesamtgesellschaftliche Metathema Digitalisierung betrifft auch die Frankfurter Kultureinrichtungen maßgeblich. Festzuhalten ist, dass bei allen städtischen Kultureinrichtungen ein hohes Interesse daran besteht, im Bereich der Digitalisierung best- und schnellstmöglich voranzuschreiten, um die Möglichkeiten und Chancen, die die Digitalisierung bietet, zu nutzen. Dabei sind die Zielrichtungen der Thematik Digitalisierung teilweise höchst unterschiedlich: sowohl eine wissenschaftlichen Kriterien genügende Digitalisierung des gesamten Bestandes als auch eine ansprechende digitale Darstellung aktueller Museumsinhalte für junge Menschen mit ausgeprägter Nutzungskompetenz digitaler Endgeräte sind wünschenswert, erfordern aber zum Teil auch sehr unterschiedliche Herangehensweisen.

 

Allerdings ist ebenfalls festzuhalten, dass im Kontext einer sich schnell wandelnden Welt auch die Anforderungen an Museen sich binnen der letzten 25 Jahre massiv erweitert haben, ohne dass die bereitgestellten Ressourcen personeller und finanzieller Art gleichermaßen auf Basis einer rein kommunalen Trägerschaft anwachsen konnten. War noch zu Beginn der 90er Jahre der Auftrag "Sammeln, Forschen, Bewahren und in Ausstellungen Präsentieren" hinreichend, so ist inzwischen ein Museum ohne angemessene Öffentlichkeitsarbeit mit Nutzung digitaler Ressourcen, ohne ausgeprägte Vermittlung musealer Inhalte für Jung und Alt in inklusiven und partizipativen Formaten und ohne sich den Herausforderungen der Digitalisierung auf den verschiedenen Ebenen zu stellen, undenkbar. Vor diesem Hintergrund gilt es, die nachfolgenden Ausführungen sowie die Antworten zu den einzelnen Fragen einzuordnen. Sie betreffen die Museen der Stadt Frankfurt am Main und das Institut für Stadtgeschichte. Über weitere städtische Einrichtungen liegen dem Magistrat bislang keine detaillierten Kenntnisse vor.

 

Die nachfolgenden Rückmeldungen zeigen, dass der Prozess der digitalen Langzeiterfassung in den städtischen Häusern unterschiedlich weit fortgeschritten ist. Technisch sowie personell begrenzte Ressourcen behindern die von allen genannten Einrichtungen angestrebte, zügige Digitalisierung ihrer Sammlungen. Fernab der bislang häufig von Einzellösungen und -initiativen bestimmten Entwicklung strebt der Magistrat daher eine strategische Neuausrichtung an.

Erste Schritte wurden bereits unternommen: Ein im November 2017 erstmals einberufener "Arbeitskreis Digitalisierung" soll einen kontinuierlichen (Erfahrungs-)Austausch gewährleisten, gemeinsame Herausforderungen definieren sowie übergreifende Handlungs- und Lösungsstrategien entwickeln. Zielsetzung ist es, die Rahmenbedingungen für den Prozess der Digitalen Transformation nachhaltig zu verbessern. Hierfür versammelt der Arbeitskreis die digitale Expertise aller städtischen Museen, des Instituts für Stadtgeschichte sowie des Zoos Frankfurt. In regelmäßigen Treffen werden aktuelle Fragen und Entwicklungen mit digitalen Fachleuten der genannten Häuser sowie geladenen Gästen diskutiert.

Mit Blick auf die digitale Langzeiterfassung will der Arbeitskreis mittelfristig eine Harmonisierung der Bemühungen und damit einhergehende Synergien erreichen. Ein wichtiger erfolgter Schritt besteht in der für den Zeitraum von 2018 bis 2022 vorgenommen Speicherkapazitätsplanung, die häuserübergreifend Ende Januar 2018 abgeschlossen wurde. Sie bildet die zentrale Voraussetzung für die folgenden Umsetzungsschritte. Ohne Schaffung von hinreichend dimensioniertem zusätzlichem Speicherplatz wäre eine fortlaufende Objektdigitalisierung perspektivlos.

Über die Speicherplatzfrage hinaus beschäftigt sich der Arbeitskreis Digitalisierung auch mit der Frage der technischen und personellen Ressourcen. Ziel ist es, die vorhandene Hardware zu überprüfen und weiter auszubauen. Darüber hinaus stehen u. a. auch Fragen wie die einheitliche Datenpflege auf Basis übergreifender Thesauri sowie weiterführende Kooperationen zur Ausspielung erstellter Derivate (z. B. Deutsche Digitale Bibliothek, Europeana) im Mittelpunkt des Netzwerkprozesses.

Zu Frage 1:

Die bisherige Entwicklung in den städtischen Museen und dem Institut für Stadtgeschichte ist unterschiedlich weit fortgeschritten und gestaltet sich im Einzelnen folgendermaßen:

·    Das Archäologische Museum hat bislang 51.822 Datensätze seiner Objekte angelegt. 39.624 Datensätze entsprechen einem einzelnen archäologischen Objekt, während in den übrigen 12.198 Datensätzen jeweils durchschnittlich 20 bis 25 Einzelobjekte erfasst sind. Die Sammlung umfasst grob geschätzt ca. 345.000 einzelne archäologische Objekte. Bedingt durch die regelmäßigen Neuanlieferungen von Funden aus den Ausgrabungen des Denkmalamtes der Stadt Frankfurt am Main wächst der Bestand stetig.

·    Der Sammlungsbestand des Historischen Museums umfasst 603.000 Objekte, wovon rund 40 Prozent digitalisiert, d.h. konkret mit einem Datensatz erfasst worden sind. Der größte Anteil an der digitalen Bestandserfassung wurde vor dem Hintergrund der Einführung der Anlagebuchhaltung und der damit verbundenen Bestandsinventarisierung 2009 geleistet. Im Anschluss hat das Museum im Rahmen finanziell begrenzter Mittel weitere Objektbestände digitalisiert. 

·    Die Sammlung des Museum für Moderne Kunst ist seit 2012 online auf der offiziellen Webseite des Museums abrufbar. Dort sind die ca. 5000 Werke der Sammlung mit Informationen und Abbildungen erfasst, teilweise stehen weiterführende Informationen zum Download bereit. Die Online-Präsenz der Sammlung ist verknüpft mit der internen und wird automatisch aktualisiert. Besucher können einsehen, welche Werke neu erworben wurden und zurzeit ausgestellt sind. Die Künstler sind von A-Z sortiert. Durch die Suchfunktion kann jedes Werk und jeder Künstler gefunden werden. Neben der Sammlung ist das Künstlerarchiv von Peter Roehr digital erfasst und auf der Website mit Bild und Textmaterialien abrufbar. Das Museum arbeitet derzeit an der Digitalisierung des Ammann Archivs.

·    Im Museum für Angewandte Kunst konnten im Rahmen der Bestandsinventarisierung 2009 mit Hilfe von zusätzlichen Finanzmitteln und Personal umfängliche Digitalisierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Anschließend wurde die Erfassung kontinuierlich fortgesetzt, so dass mittlerweile etwa 60 Prozent der insgesamt 24.197 Objekte (ausgenommen Abteilung Buchkunst und Grafik) digitalisiert werden konnten.

·    Das Museum der Weltkulturen verfügt über 67.000 Objekte (Afrika, Amerika, Asien, Südostasien, Ozeanien, Europa), die mit ihren Grunddaten mit Hilfe der Objektverwaltungssoftware MuseumPlus - zumeist jedoch ohne Foto - erfasst wurden. Auch die Sammlung Visuelle Anthropologie (ca. 140.000 Bildträger wie Dia, Negative, Digitalisate) wurde zu ca. 50 Prozent in der Datenbank MuseumPlus erfasst, aber auch hier nur im Ausnahmefall mit Bildmaterial.

·    Im Deutschen Architekturmuseum wurden bislang mehr als 90 Prozent der Bestände (rund 300.000 Pläne und Zeichnungen, 1.500 Modelle sowie ca. 15.000 Fotografien und Diapositive, wenige Möbel und andere Objekte, außerdem rund 50 Datensätze, die ausschließlich in digitaler Form vorliegen, also über keine real existierende Objektvorlage verfügen gibt ("born digital"), erfasst - ca. 50 Prozent davon mit Grunddaten, knapp 30 Prozent mit hochauflösendem Bildmaterial.

·    Die Sammlung des Jüdischen Museums umfasst nahezu 42.000 Objekte, wobei etwa die Hälfe davon auf die vorhandene Fotodatenbank entfallen. Das Archiv, die Historische Sammlung, Kunst und Judaica umfassen zusammen knapp 20.000 Objekte. Seit der Einführung der Datenbank MuseumPlus und entsprechenden Nacharbeiten sind nahezu 100 Prozent der Sammlungsbestände digital erfasst.

·    Einen Sonderfall stellt das Institut für Stadtgeschichte dar. Seine Archivalien bilden einen Bestand, der 30 Regalkilometer füllt. Hierunter befinden sich u. a. 30.000 Urkunden, 2,5 Mio. Abbildungen und Fotos, 27.000 Postkarten, 24.000 Plakate, 70.000 Publikationen zu Frankfurt sowie zahlreiche weitere Formate. Angesichts dieser Größenordnungen ist eine vollständige Digitalisierung des Gesamtbestandes aus technischen, organisatorischen und finanziellen Gründen zeitlich nicht absehbar, obgleich das ISG den Anteil seiner digitalisierten Archivalien kontinuierlich erhöht. So werden über verschiedene Projektförderungen bzw. -kooperationen in den nächsten Jahren ca. 2,5 Mio. neue Scans erstellt.

 

Zu Frage 2:

Für die digitale Langzeiterfassung ihrer Bestände steht den städtischen Museen die Objektverwaltungssoftware MuseumPlus (zukünftig ergänzt durch Tools der BeeCollect Reihe) zur Verfügung. Eine Ausnahme bildet das Museum für Moderne Kunst, das seine digitale Sammlung mit der Datenbanksoftware FileMaker erfasst. Aufgrund seiner besonderen Archivierungsanforderungen verwendet das Institut für Stadtgeschichte die Datenbank FAUST. In museumseigenen, durch die städtische IT gehosteten Datenbanken, werden die Digitalisate gespeichert und mit einer Beschreibung sowie entsprechenden Metadaten versehen. Dabei kommen hochauflösende Formate (z. B. TIFF) zum Einsatz. 

Bezüglich einer öffentlichen Ausspielung ihrer digitalen Sammlungen befinden sich die Häuser in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Während sich die Verfügbarkeit im Archäologischen Museum noch auf MuseumPlus beschränkt, bereitet das Historische Museum die Objekte seiner neu konzeptionierten Dauerausstellung für eine Veröffentlichung in 2018 auf https://historisches-museum-frankfurt.de vor. Ähnlich verhält es sich im Museum für Angewandte Kunst, dessen Online-Sammlung sich ebenfalls in Vorbereitung befindet. Die von beiden Häusern bereitgestellten Daten sollen nach Möglichkeit auch auf externen Plattformen wie der Deutschen Digitalen Bibliothek oder Europeana ausgespielt werden.

Andere Häuser haben bereits Teile ihrer Bestände online gestellt. Das Deutsche Architekturmuseum präsentiert seine Modellsammlung (insges. 1.500 Modelle) seit 2013 über die Subdomain http://archiv.dam-online.de. Das MMK bildet seine Sammlung auf http://mmk-frankfurt.de/de/sammlung/die-sammlung ab, insoweit eine hochauflösende Darstellung der Digitalisate aus urheberrechtlichen Gründen möglich ist. Auf der Website des Instituts für Stadtgeschichte erhält die Öffentlichkeit Zugang auf ausgewählte digitale Präsentationen und Sammlungshighlights. Darüber hinaus werden einzelne Digitalisate über die Einbindung von Thumbnails (niedrigauflösende Vorschaubilder) oder PDFs realisiert. Im Landesgeschichtlichen Informationssystem Hessen (LAGIS) und im Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys) stehen zudem Frankfurter Geburten-, Heirats- und Sterbebücher online zur Verfügung.

 

Zu Frage 3:

Die Bereitstellung ihrer Digitalisate auf der Plattform Europeana spielt in den Überlegungen aller städtischen Museen sowie des Instituts für Stadtgeschichte eine Rolle. Dabei kommen die Einrichtungen zu unterschiedlichen Schlussfolgerungen, die einerseits auf die jeweiligen Rahmenbedingungen andererseits auf inhaltliche oder rechtliche Bedenken zurückzuführen sind.

Während sich das Jüdische Museum bereits an dem Projekt "Judaica Europeana" beteiligt, bereitet das Historische Museum die Ausspielung seiner Derivate für 2018 aktuell vor. Andere Häuser wie das Archäologische Museum, das Museum für Angewandte Kunst und das Deutsche Architekturmuseum verweisen auf noch zu schaffende finanzielle und personelle Ressourcen. Doch auch inhaltlich werden Vorbehalte geäußert: So beurteilt das Museum für Weltkulturen die Kategorien der Bibliothek Europeana für ethnografische Sammlung als schlecht kompatibel. Das MMK diskutiert derzeit eine Teilnahme am "Bildportal der Kultureinrichtungen" der bpk Bildagentur.

 

Zu Frage 4 a:

Mit der Digitalisierung ihrer Bestände verbinden die städtischen Häuser zahlreiche Möglichkeiten zur besseren Nutzung und Verwaltung ihrer Sammlungen. Insbesondere für die Austellungsplanung, die Provenienzforschung, die Anlagen- und revisionssichere Inventarverwaltung bilden die vorhandenen Datenbestände eine wichtige Grundlage. Ihre zentrale Erfassung und Pflege erleichtern die schnelle Auffindbarkeit und kontinuierliche Pflege.

Die Verbreitung der Digitalisate auf eigenen bzw. externen Onlineangeboten ermöglicht es, die vorhandenen Bestände an ein breiteres (Fach-)Publikum auszuspielen, neue Zielgruppen zu erreichen und neue Vermittlungsstrategien zu erproben. Forschungsprojekte können so auch virtuell zugänglich gemacht werden, was eine wissenschaftliche Rezeption und Einbeziehung der Sammlung in einen öffentlichen Diskurs erleichtert. Die Onlinepräsentation der Sammlungen birgt zudem die Chance, in der Community vorhandenes Detailwissen zu Ausstellungsstücken zu identifizieren und nutzbar zu machen. Nicht selten sind Informationen zu einzelnen Sammlungsgegenständen bei den Usern verfügbar und lassen sich auf diesem Wege nutzbar machen.

Selbst Häuser mit vergleichsweise umfangreicher Ausstellungsfläche können immer nur einen Bruchteil ihrer Bestände präsentieren. Online besteht hingegen die Möglichkeit, die Sammlungen in Gänze auszuspielen - insofern  die urheberrechtlichen Fragen im Einzelfall geklärt sind. Die digitale Präsentation  der Objekte hilft beispielsweise dem Institut für Stadtgeschichte dabei, wertvolle Originale zu schonen, da eine Vorlage an interessierte Nutzer des Lesesaals auf diese Weise seltener erforderlich ist.

In Hinsicht auf bestehende Risiken sind die bereits angesprochenen rechtlichen Fragestellungen hervorzuheben. Die digitale, öffentliche Präsentation der Bestände setzt eine unverzichtbare, häufig aufwändige Klärung des Urheber- und Nutzungsrechts sowie zusätzlicher Fragen des Datenschutzes voraus. Etwaige Streitfälle müssen im Vorfeld ausgeschlossen werden. Einen zusätzlichen Mehraufwand sehen das Deutsche Architekturmuseum und das Museum für Moderne Kunst in der steigenden Zahl von Leihanfragen, die durch die bereits vollzogene digitale Veröffentlichung der Sammlungsbestände ausgelöst wurde.

 

Zu Frage 4 b:

Verbesserte Arbeitsprozesse, erhöhte Sichtbarkeit der Sammlung, Erprobung neuer Vermittlungsangebote: Das Fazit der städtischen Häuser mit Blick auf die bislang erfolgte Digitalisierung ihrer Objektbestände fällt überwiegend positiv aus.

So hat das Historische Museum bei der Neukonzeption seiner Dauerausstellung ganz wesentlich von der digitalen Erschließung seiner Sammlung profitiert. Auch die Arbeit an Sonderausstellungen wird durch diese Vorarbeiten erleichtert.

Das Museum für Angewandte Kunst hebt hervor, dass die vorhandenen Objektbilder einen besseren Zugang zur Sammlung ermöglichen. Die Bestandüberprüfung ist leichter durchführbar, die Neuinventarisierung erfolgt lückenlos.

Gerade vor dem Hintergrund der überwiegend positiven Erfahrungen darf nicht unterwähnt bleiben, dass die Inventarisierung der Sammlungen über MuseumPlus bzw. FAUST/DiMag nicht nur zeitintensiv ist, sondern auch qualifiziertes Personal erfordert. Entsprechende Ressourcen stehen häufig nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Die Digitalisierung ihrer Sammlungen schreitet deshalb häufig nicht in dem Tempo voran, in dem es sich viele Häuser wünschen würden.

Zu Frage 4 c:

Die Datenbank MuseumPlus ist ein komplexes Arbeitsinstrument, dessen Nutzung geschultes Personal voraussetzt. Da in den städtischen Museen aber überwiegend keine speziell ausgebildeten Fachkräfte zur Verfügung stehen, ist ein intensiver Austausch zwischen den mit Administratorenrechten versehenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geboten.

Dieser Aufgabe hat sich das Historische Museum angenommen. Unter seiner Leitung trifft sich die häuserübergreifende Anwendergruppe MuseumPlus in regelmäßigen Abständen. Der übergreifende Austausch wird von allen Häusern als sehr hilfreich empfunden: Über den direkten Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch lassen sich typische Fehler im Umgang mit MuseumPlus sowie Doppelarbeiten vermeiden. Auch technische Fragen zur Nutzung der verschiedenen Datenbankmodule (Ausstellungen, Bildverwaltung usw.) und  Eingaberegeln zur Pflege der Metadaten (Thesauri) werden im Sinne gemeinsamer Standards diskutiert.

Darüber hinaus wurden in der Vergangenheit gemeinsame Anforderungen an die Software formuliert. Auf diese Weise konnte die Anwendung weiterentwickelt und um zusätzliche Funktionen (BeeCollect Tools) erweitert  werden. Die dadurch entstandenen Kosten ließen sich untereinander verteilen bzw. wurden durch das Kulturamt finanziert.

Der Anwendergruppe MuseumPlus gehören alle städtischen Museen mit Ausnahme dem Museum für Moderne Kunst an. Da das MMK aus historischen Gründen mit Apple-Hardware ausgestattet ist und seine Sammlung mit der Datenbanksoftware FileMaker inventarisiert ergaben sich bislang nur sporadische Berührungspunkte zur Anwendergruppe MuseumPlus. Ähnlich verhält es sich mit dem Institut für Stadtgeschichte, bei dem sich mit der Objektverwaltungssoftware FAUST sowie das Archivsystem DiMag ebenfalls eine andere technische Lösung im Einsatz befindet.

Zu Frage 4 d:

Die Akquise und Zusammenarbeit mit externen Dienstleistern bzw. Drittmittelanbietern gestaltet sich von Haus zu Haus sehr unterschiedlich. Einige Einrichtungen weisen darauf hin, dass die Beschaffung von Drittmitteln zur Digitalisierung der Sammlungen schwieriger geworden sei, insofern den vorgeschlagenen Beständen keine nationale, wenn nicht sogar internationale Bedeutung beigemessen wird.

·    Das Archäologische Museum hat im September 2017 einen Projektantrag an das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit dem Titel "mO!d - (mit Objekten denken)" gestellt. Kooperationspartner sind die Technische Hochschule Hof, das Porzellanmuseum Selb, das Kelten-Römer-Museum Manchig, die Universität München sowie die Süddeutsche Zeitung. Das Projekt will unterschiedliche Sichtweisen auf historisch relevante Museumsobjekte ermöglichen und mit eigenen Erfahrungen bzw. Assoziationen verknüpfen.

·    Das Deutsche Architekturmuseum konnte seine bereits online gestellte Modellsammlung mit Hilfe von Fördergeldern des Hessischen Museumsverbandes umsetzen. Aktuell wurde über die Universität Stuttgart ein Förderantrag an das Bundesinnenministerium für Bildung und Forschung zur Entwicklung eines Online-Portals mit dem Nachlass des einflussreichen Architekten Paul Bonatz gestellt.

·    Im Museum für Moderne Kunst wurden die Archive Peter Roehr und Jean-Christophe Ammann durch die finanzielle Unterstützung der Wüstenrot Stiftung und Paul Maenz sowie dem Hessischen Museumsverband realisiert.

·    Das Jüdische Museum kooperiert für die Digitalisierung und die Online-Stellung von einzelnen Teilen der Sammlung mit der europäischen Bibliothek Europeana, dem deutschen Exilarchiv (Online-Plattform Künste im Exil) und dem Google Cultural Institut. Im Rahmen seines App-Projektes "Unsichtbare Orte" kooperiert es mit dem Historischen Museum.

·    Das Institut für Stadtgeschichte pflegt seit einiger Zeit enge Kontakte zu externen Partnern, Drittmittelgebern oder auch Sponsoren: Hierzu zählt seit über einem Jahr die Kooperation mit dem genealogischen Dienstleister "Family Search", der die Kosten für die fortschreitende Digitalisierung der Archivmaterialien trägt. Bis zum Ablauf dieser Kooperation sollen annähernd 2,1 Mio. Scans angefertigt werden. Digitalisiert werden vor allem stark nachgefragte Bestände wie die Kirchenbücher des 17. und 19. Jahrhunderts, Personenstandsregister und die historische Einwohnermeldekartei mit mehr als 320.000 Karteikarten.
Neben diesem Großprojekt wurden Anträge für eine Drittmittelförderung beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (Programm "eHeritage") sowie bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) (Programm "Digitalisierung archivalischer Quellen") gestellt. Bei der DFG steht dabei die komplette Digitalisierung  des Archivs der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, gemeinsam mit den Senckenberg-Beständen der Universitätsbibliothek im Mittelpunkt (ca. 200.000 Digitalisate).

Hinzu kommen weitere Kooperationen mit der Grunelius-Stiftung (Projekt Privatnachlass Otto Hahn, ca. 13.000 Scans) und im Rahmen der Sicherungsverfilmung des Bundes im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden (Verfilmung von seriellen Archivbeständen, ca. 200.000 Scans).

 

 



Vertraulichkeit: Nein

dazugehörende Vorlage:
           Anfrage vom 27.07.2017, A 232
           Bericht des Magistrats vom 27.10.2017, B 353

Zuständige Ausschüsse:
           Kultur- und Freizeitausschuss

Beratung im Ortsbeirat: 1, 5

Versandpaket: 21.03.2018


Beratungsergebnisse:

21. Sitzung des OBR 1 am 10.04.2018, TO I, TOP 54

 

 

 

 

Beschluss:

Die Vorlage B 85 dient zur Kenntnis.


Abstimmung:

Einstimmige Annahme


21. Sitzung des OBR 5 am 13.04.2018, TO I, TOP 50

 

 

 

 

Beschluss:

Die Vorlage B 85 dient zur Kenntnis.


Abstimmung:

Einstimmige Annahme


21. Sitzung des Kultur- und Freizeitausschusses am 07.05.2018, TO I, TOP 7

 

 

 

 

Bericht:

TO II

Die Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen:

Die Vorlage B 85 dient zur Kenntnis.


Abstimmung:

CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und FRANKFURTER


Sonstige Voten/Protokollerklärung:
FRAKTION (= Kenntnis)


24. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am 24.05.2018, TO I, TOP 9

 

 

 

 

Beschluss:

a) Die Vorlage B 85 dient zur Kenntnis.
b) Die Wortmeldungen der Stadtverordneten Kliehm, Purkhardt, Tschierschke und Dr. Dürbeck sowie von Stadträtin Dr. Hartwig dienen zur Kenntnis.
c) Es dient zur Kenntnis, dass ÖkoLinX-ARL vier Minuten Redezeit an die LINKE.-Fraktion übertragen hat.


Abstimmung:

zu a) CDU, SPD, GRÜNE, AfD, LINKE., FDP, BFF und ÖkoLinX-ARL


Beschlussausfertigung(en):

§ 2725, 24. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vom 24.05.2018