PARLIS - Teile der Westfassade des Rebstockbads sind seit Längerem eingerüstet. Dass das Bad von 1982 in den 35 Jahren seines Bes
Vorlage F 439 2017

 

S A C H S T A N D :

Frage vom 16.02.2017, F 439


Betreff:



Teile der Westfassade des Rebstockbads sind seit Längerem eingerüstet. Dass das Bad von 1982 in den 35 Jahren seines Bestehens noch nie grundsaniert wurde, rächt sich jetzt. Durch das Sturmtief "Egon" wurden weitere Teile beschädigt. Nun ist die Westfassade innen und außen komplett eingerüstet, die Whirlpools waren zeitweise und der Treppenaufgang zur Rutsche ist noch immer gesperrt.

 

Ich frage den Magistrat:

 

Wie konnte es zu einem derartigen Sanierungsstau kommen, und wann steht das Rebstockbad wieder uneingeschränkt, ohne Baugerüste und Dauersanierungen, den Bürger*innen zur Verfügung?

 

Antwort des Magistrats:

 

Stadtrat Markus Frank:

 

Herr Vorsteher,

meine sehr verehrten Damen und Herren!

 

Das Rebstockbad ist eines unserer wichtigen Erlebnisbäder, die wir in Frankfurt haben. Ich muss aber auch sagen, dass es leider in die Jahre gekommen ist. Es ist 35 Jahre alt. Es haben Anfang des neuen Jahrtausends selbstverständlich Sanierungen stattgefunden, insbesondere des Saunabereiches und des Daches. Insofern kann man nicht sagen, dass es keine Sanierungen gab, aber es hat schon eine architektonisch sehr beeindruckende Struktur in Form dieses Holzdaches, und das ist leider in den letzten 35 Jahren durch warme Wasserdämpfe beschädigt worden. Das muss man einfach sagen. Aber die Lebensdauer eines Schwimmbades ist eben auch ungefähr 35 Jahre. Insofern sind wir gerade dabei zu überlegen, wie das weitere Vorgehen am sinnvollsten ist. Also ob man zum Beispiel eine Grundsanierung durchführt und dann sozusagen den Oldtimer wieder hat, wie er im Jahr 1982 war, oder ob man das Schwimmbad saniert und zusätzliche Bestandteile dazugibt oder ob man das Schwimmbad nach neuesten Erkenntnissen, es sind ein paar Schwimmbäder in der Vergangenheit rings um Frankfurt herum gebaut worden, die eine sehr hohe Attraktivität haben, neu baut. Das führt auch dazu, dass der eine oder andere, der in Frankfurt am Main, also in unserem Satzungsgebiet wohnt, nicht im Satzungsgebiet schwimmen geht.

 

Wir, der Aufsichtsrat der Bäderbetriebe, wollen alles dafür tun, dass die Frankfurterinnen und Frankfurter hier in Frankfurt wieder ein optimales Schwimmbadangebot bekommen. Deshalb haben wir in den letzten Jahren meiner Amtszeit als Sportdezernent knapp 70 Millionen Euro investiert. Das bedeutet, dass die meisten Schwimmbäder sehr gut dastehen, dass sie grundsaniert wurden oder neu gebaut worden sind, im Gegensatz - das kennen Sie, meine Damen und Herren - zu den Kommunen am Rande unserer Stadt, die gerade im Bereich des Sports und im Bereich der Schwimmbäder sehr viele Infrastrukturen geschlossen haben. Das wollen wir nicht tun. Wir werden dafür sorgen, dass es am selben Ort wieder hochattraktive Schwimmbadangebote geben wird.

 

Danke schön!

 

                              (Beifall)

 

Stadtverordnetenvorsteher

Stephan Siegler:

 

Die erste Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Kliehm, LINKE.-Fraktion. Bitte!

 

Stadtverordneter Martin Kliehm, LINKE.:

(Zusatzfrage)

 

Jetzt haben wir nachher auf der Tagesordnung zum Beispiel einen Punkt mit dem Kinder- und Jugendtheater im Zoo-Gesellschaftshaus, wo wir gesehen haben, wie lange teilweise Planungen, die sich erst auf ein Hotel konzentrieren, dauern. Meine Frage wäre: Ich habe Zeitungsberichte gelesen; wenn Sie jetzt eine Option haben, dort ein Kurhotel zu errichten, heißt das, dass die Frankfurterinnen und Frankfurter sich bis die Planungen abgeschlossen sind, die nächsten zehn Jahre mit so einem rustikalindustriellen Baugerüst-Charme abgeben müssen?

 

                              (Zurufe)

 

Stadtrat Markus Frank:

(fortfahrend)

 

Einmal ist es so, dass es nach dem Sturmtief "Egon" ein paar Sofortmaßnahmen gab und dass die Gerüste, insbesondere im Bereich der Whirlpools, wieder abgebaut worden sind. An der Westfassade haben wir aber ein größeres Problem. Das sind dann keine Baugerüste, sondern das sind gerade Gerüste, um die Statik zu unterstützen.

 

Wir sind aktuell dabei, die verschiedenen Optionen, ich habe das eben ausgeführt, miteinander im Aufsichtsrat zu besprechen. Wir haben auch ein Bäderkonzept auf den Weg gebracht, was zurzeit diskutiert wird und je nachdem, wie Sie als Souverän, meine Damen und Herren, dann entscheiden, wird man entweder das Schwimmbad grundsanieren oder sogar ein neues Schwimmbad an der gleichen Stelle errichten. Das sind die Optionen, die wir haben. Ich glaube, wir haben genügend Zeit, diese Optionen in aller Ruhe und Tiefe zu diskutieren, die Vorteile der verschiedenen Schwimmbäder miteinander abzuwägen und eine kluge Entscheidung zu treffen. Ich glaube nicht, dass die Frage der Sanierung des Rebstockbades oder der Neubau eines Rebstockbades die gleiche Zeit benötigt, wie die Frage einer Neukonzeption von anderen Kultureinrichtungen.

 

Stadtverordnetenvorsteher

Stephan Siegler:

 

Die zweite Zusatzfrage kommt von Herrn Stadtverordneten Ochs von den FRANKFURTERN. Bitte!

 

Stadtverordneter Bernhard E. Ochs, FRANKFURTER:

(Zusatzfrage)

 

Herr Stadtrat, ich habe eine bescheidene Verständnisfrage. Jetzt lese ich, dass das Rebstockbad nach 35 Jahren - ich sage es überspitzt - marode ist. Ähnlich ist es mit dem Panoramabad am Bornheimer Hang, das ist in etwa nur 30 Jahre alt geworden. Wir waren jetzt mit der Delegation in der Türkei und in Istanbul gibt es ein altes Hamam, das ist schon ein paar Hundert Jahre alt und immer noch in Betrieb. Was haben wir denn falsch gemacht und die Türken richtig?

 

                      (Beifall, Heiterkeit)

 

Stadtrat Markus Frank:

(fortfahrend)

 

Lieber Herr Ochs, ich mag Ihre Fragen. Das Panoramabad ist im Gegensatz zum Rebstockbad noch ein bisschen älter, hat schon eine Grundsanierung hinter sich, aber auch da haben wir rechtzeitig die Frage gestellt, ob es sinnvoller ist, in die Technik zu investieren und das Dach noch einmal neu aufzubauen oder ob wir es komplett neu bauen sollten. Dort sind wir kurz davor, eine Gesellschaft zu gründen, die dann an anderer Stelle ein neues Bad nach neuesten Erkenntnissen errichten wird. Ich glaube, man muss da schon unterscheiden zwischen modernen Erlebnisbädern und kulturellen Einrichtungen, die schon eine ganze lange Zeit auf dem Buckel haben und bestimmt auch mehrfach saniert worden sind. Ich glaube, für unsere Stadt sagen zu dürfen, dass wir in unseren modernen Erlebnisbädern eben nicht so einen musealen Charakter haben wollen, sondern attraktive Angebote, die zeitgemäß sind. Deshalb ist es sinnvoll, darüber nachzudenken, ob man saniert oder neu baut.

 

                              (Beifall)

 



Antragstellende Person(en):
           Stadtv. Martin Kliehm

Vertraulichkeit: Nein